Blog | 2026
27. September 2026
Die brau.ART bricht ihre eigenen Rekorde
Schau endet mit Finissage
Mit mehr als 2.300 Gästen verzeichnete die Ausstellung zeitgenössischer Kunst in der Alten Schultheißbrauerei den besten Besuch ihrer 17-jährigen Geschichte. Das Publikum strömte dabei längst nicht mehr nur aus der Region: Eine Auswertung der Stimmzettel zeigte, dass Kunstbegeisterte aus Berlin, Stuttgart, Schwerin und sogar aus Österreich und der Schweiz angereist waren. Ob die brau.ART der Hauptgrund für die Reise war, bleibt nebensächlich – was zählt, ist das überwältigende Interesse an dieser Ausstellung. Das Echo reichte von Staunen über die Vielfalt von Arbeiten der 50 Kunstschaffenden bis hin zu großer Anerkennung für die rein ehrenamtliche Organisation. Das Gästebuch spiegelte als generationenübergreifendes Stimmungsbarometer die lebendige Atmosphäre wider: Hier warb die zehnjährige Luisiana für die Startnummer 45 ihres Bruders um den Publikumspreis, während eine Schülerin die Schau schlicht „ganz cool“ fand, auch wenn ihr vom vielen Stehen die Beine wehtaten. J. + L. aus Dessau schrieben: "Wie immer eine interessante Ausstellung. Der Zeitgeist ist spürbar, die Sache ist ernst." Etwas ratlos blieb ein unbekannter Besucher: "Die Ausstellung ist sehr speziell. Es fällt nicht leicht hinter der jeweils dargestellten Kunst den Sinn zu erfassen." Und ein Hannes merkte an: "Kunstfreiheit wird groß geschrieben, nicht nur, weil es ein Substantiv ist."
Hinter den Kulissen bedeutete die Rekord-Schau echte Knochenarbeit. Dank des großartigen Einsatzes aller Beteiligten passte zur Eröffnung alles: Jedes Kunstwerk hing an seinem Platz, der KUNSTshop lud prall gefüllt zum Stöbern und zum Kaufen ein, und der Fußboden der Cafeteria im Depot wurde punktgenau fertig. An den 16 Tagen wurde intensiv diskutiert – über Kunst und Kultur, über Dessau und - frisch unter dem Eindruck der Landtagswahlen - auch über die aktuelle politische Situation.
Auch der kulturelle Rahmen aus Kino, Theater, Konzert und Lesung sorgte für ein abwechslungsreiches Programm, das die ausgestellten Werke perfekt ergänzte.
Eine echte Premiere feierte zudem die Ausstellung in der Ausstellung, die von Schülerinnen und Schülern des Walter-Gropius-Gymnasiums zum Thema „o. T.“ komplett eigenständig konzipiert, kuratiert und aufgebaut wurde.
Nun, am 27. September, ging die brau.ART mit einer feierlichen Finissage vor über 260 Gästen zuende. Vereinschef Detlef Münnich fand herzliche Worte des Dankes und überreichte Künstlerinnen, Künstlern und ehrenamtlich Helfenden Blumen, während Lena Lapius mit glasklarer Stimme und eigenkomponierten Songs für Gänsehautmomente zwischen den Reden sorgte.
Zum krönenden Abschluss wurden durch den Vereinsvorsitzenden a.D. Dr. Eckhard Zilm die Publikumspreise verliehen: Der Newcomerpreis ging an die Gymnasiastin Ida August, während die Malerin und Illustratorin Astrid Salewski den Publikumspreis „Walther mit h“ zum vierten Mal in Folge entgegennehmen durfte.
So endet die diesjährige brau.ART mit dem Thema „o. T.“ als „optimales Teamwork“. Und da nach der 17. brau.ART auch schon wieder vor der 18. brau.ART ist, kreisen die Gedanken der Vereinsmitglieder bereits um das kommende Thema, das da lautet: „Gefahrgut Kunst“ – wie passend in diesen Zeiten.
Ein großer Dank geht an alle Gäste, die mit ihren Spenden dazu beitragen, dass es eine Fortführung dieses Events geben kann, das im Übrigen ohne Fördermittel ausgerichtet wird. Der Dank schließt all unsere Sponsoren ein, die schon im Vorfeld für eine finanzielle Sicherheit sorgten.
Im Namen aller Künstlerinnen und Künstler und im Namen des brau.ART-Vereins bedanken wir uns außerdem
beim Anhaltischen Theater Dessau, die uns schon seit so vielen Jahren die Lichttechnik bereit stellt und installiert
beim Bauhaus-Cafe für die Bewirtung zur Vernissage und Finissage
beim NEWKID e. V. und beim Brauhaus-Verein für die kooperative Zusammenarbeit und das Bereitstellen des Depots
beim Flame Trio für ihre klangvolle Umrahmung der Vernissage
beim Duo D&A für einen wunderbaren Liedermacher-Abend
bei Andreas Hillger für einen Abend inmitten des Karnevals der Tiere
beim Provinz-Theater Kosmos für ihren „Geldgott“ im Depot
bei poetica in tempore für lyrische Momente mit Texten von Rainer Maria Rilke
bei Till Neuenfeldt für sein großformatiges Live-Painting
bei Mariana Sola, Barbara Bielitz und Matthias Weihmann für ihre kreativen Workshops
beim Figuren-Theater Schelle in Persona Axel Jirsch für die besondere Interpretation von „Schneewittchen“
beim KIEZ-Kino e. V. für den gelungenen Kino-Abend
den Schülerinnen und Schülern des Walter-Gropius-Gymnasiums für ihre sehr kreative Auslegung des Themas "o. T."
bei Lena Lapius für die musikalische Begleitung zur Finissage und besonders für die Premiere ihres brau.ART-Songs „O Ton“ und
bei Jürgen Ludwig für die Gestaltung und Fertigung des „Walther mit h“
(Beitrag von Astrid Salewski)
25. September 2026
Schneewittchen im Depot
Ein Puppenspiel mit dem Kunstfiguren-Theater Schelle
Und natürlich ging das Märchen am Ende gut aus, so berichtet der Spiegelhalter jedenfalls. Bis dahin vergehen knapp 60 Minuten anregendes und amüsantes Puppenspiel.
Am Freitag, dem 25.09. gab es im Rahmen der 17. brau.ART das Puppenspiel „Schneewittchen“ von und mit unserem Mitglied im Verein Axel Jirsch. Er ist gelernter und freischaffender Puppenspieler, Puppenbauer, Szenograf und Grafiker.
Das Märchen ist zu erkennen, aber es wird auch ins Heute transportiert. Die Königin bekommt zur Auffrischung ihrer Schönheit Botox gespritzt. Die sieben Zwerge, die nicht mehr so genannt werden dürfen, leben nur zusammen in einer Wohnung, weil sie sich einzeln die überteuerten Mieten nicht mehr leisten können.
In gewohnter Weise, hintersinnig und mit viel Wortwitz, spielt und spricht Axel Jirsch alle Rollen selbst. Text, Gestaltung, Bühne und Puppen sind von ihm, lediglich die Kleider hat seine Frau genäht. Es ist immer wieder erstaunlich und fast unglaublich, wie er das alles allein hinbekommt. Schon die kleine Puppenbühne ist ein Wunderwerk der Technik und Logistik. Jede Bewegung muss hier sitzen, die Umbaupausen müssen kurz sein, damit das Publikum sich nicht langweilt. In einem Wechsel von Schattenspiel und Puppenspiel wird die Geschichte erzählt. Es gibt immer wieder auch kleine witzige Momente, die das Publikum zum Schmunzeln bringt. Zum Beispiel, wenn der Spiegelhalter angesichts der erfolglosen Schönheits-OP der Königin vor Entzücken und Lachen die Beine hochreißt.
Wir sahen eine ganz tolle Aufführung, vielen Dank Axel!
(Beitrag von Detlef Münnich)
24. September 2026
Eine ganz eigene Schau
Schulprojekt des Walter-Gropius-Gymnasiums
Kurz vor dem Finale der 17. brau.ART lohnt beim Rundgang durch die
Ausstellungsräume auch noch einmal ein Blick in jene separate Koje, in der sich die wichtigste Neuerung der diesjährigen Schau findet: Die Arbeiten der Schülerinnen und Schüler aus dem Walter-Gropius-Gymnasium zeigen ein breites Spektrum von Themen und Techniken, das sich dem Besucher buchstäblich als kreatives Netzwerk präsentiert. Dafür sind – auf Anregung und mit Unterstützung der brau.ARTisten Benjamin Kerwien und Franziska Bilharz – vor allem Porträts entstanden, die das eigene wie das andere Ich in den Blick nehmen und unter verschiedenen Aspekten bearbeiten. Nun findet man hier die kleine skulpturale Ausformung neben der farbigen Überhöhung, den Versuch einer realistischen Abbildung neben überhöhter Abstraktion … eine Galerie der Möglichkeiten, die durch straff gespannte Fäden in Beziehung gesetzt werden.
Dass sich zwischen diesen Menschenbildern aus den fünften bis elften Klassen auch eine „Pappstadt“ erhebt, verdankt sich einem Kurs der Achtklässler: Auf quadratischen Grundflächen sind kleine urbane Entwürfe entstanden, die neben der Open Stage und dem hoch aufragenden City-Turm, neben dem Hotel und den wabenförmigen Wohneinheiten auch die Kampfbahn für ein Ritterturnier oder ein kreisendes Karussell umfassen. Das ist gewiss nicht immer zweckdienlich, aber als unbekümmerte Wunschvorstellung ein sehenswerter Gegenentwurf zur Realität. Und übersetzt das Motto „o. T.“ im Bauhaus-Jahr in eine kreative Entgrenzung: „ohne Tabus“.
(Beitrag von Andreas Hillger)
20. September 2026
Kunst im kleinen Format
Der KUNSTshop der brau.ART
Kaum hat man die Maschinenhalle der Alten Schultheißbrauerei betreten, öffnet sich – wie ein kleiner Prolog zur Ausstellung – der Shop der brau.ART. Hier versammeln sich Arbeiten von 30 Künstlerinnen und Künstlern, erschwinglich und vielfältig: Keramiken von Grit Wolf und Veronika Kaiping, feine Collagen von Frieda Knie, dazu ein buntes Karussell voller Karten in verschiedenen Ausführungen und Größen, das sofort ins Auge springt. Das Angebot ist in diesem Jahr so groß wie noch nie – ein lebendiger Auftakt, der die Besucherinnen und Besucher gleich zu Beginn in den Bann zieht.
Ein besonderer Blickfang sind die Postkarten von Peter Strauß. Jede Zeichnung, jedes Aquarell zeigt die Dessauer Bauhausbauten aus einem anderen Winkel. Der gesamte Verkaufserlös geht als Spende an den brau.ART e. V. – ein großartiges Zeichen der Unterstützung. Herzlichen Dank dafür!
Auf den historischen Maschinenfundamenten entfaltet sich ein kleines Panorama zeitgenössischer Handschriften: Aquarelle von Katrin Achtelik, Acrylbilder von Aditi Jha, Ölkreidezeichnungen von Masoumeh Karimi, Collagen von Simon Muchau und Ölmalereien von Angela Wichmann. Daneben liegt das frisch im Monumente‑Verlag erschienene Buch „Die Geistermaus vom Meisterhaus“ – pünktlich zum Bauhausjubiläum – von Andreas Hillger und Astrid Salewski.
Einen jungen, experimentellen Akzent setzt die Druckbar Dessau. Sie bringt frische Druckkunst in die Hallen. Farbfreudige Kunstdrucke von Sholeh Rahmani, selbst hergestellte Galltusche von Marc Feldmann, handgefertigte Leporellos von Petra Schlömer, filigran aus Farbstiften gefertigte Miniaturen von Lister Lispo, Fotoleinwände von Shamim‑Natalie Kunau… - die Liste der hier angebotenen Werke ist lang – und eigentlich hätte jedes einzelne hier eine eigene Erwähnung verdient.
Alle Einnahmen gehen zu einhundert Prozent an die ausstellenden Künstlerinnen und Künstler, was heutzutage keineswegs selbstverständlich ist, zumal der Verkauf ausschließlich durch ehrenamtliche Arbeit des Vereins erfolgt.
Und damit sich niemand in dieser Vielfalt verliert, stehen die Vereinsmitglieder Susanne Weichhold, Simon Muchau, Daniela Lütje und Astrid Salewski den interessierten Kunstfreundinnen und Kunstfreunden beratend zur Seite. Ein Auftakt, der Lust macht, weiterzugehen – hinein in die Ausstellung der 17. brau.ART, die hinter dem Shop beginnt.
(Beitrag von Astrid Salewski)
20. September 2026
Bin ich ein Falke, ein Sturm oder ein großer Gesang
poetica in tempore liest im Depot
Am 20. September 2026 hatte ich die Gelegenheit, im Rahmen der 17. brau.ART Dessau die Gruppe „poetica in tempore" mit der Rilke-Lesung "…bin ich ein Falke, ein Sturm oder ein großer Gesang“ zu erleben. Hervorragend recherchierte Originaltexte und passende Übergänge zeigten eindrucksvoll Rilkes Lebensphasen und insbesondere seine Suche nach einem Gott und seinem eigenen Ich.
Guido Frisch, Marlin Kelm und Doris Hacke lasen die Texte und Gedichte im Wechsel, was für die Zuhörer dadurch auflockernd war. Dabei wurde alles sehr einfühlsam von Musik untermalt, sowohl eigene von Guido Frisch als auch von Klassikern wie z. B. Antonio Vivaldi. Besser hätte man das Gelesene nicht zur Wirkung bringen können.
Ich hatte mich bisher nicht mit Rilke beschäftigt, aber diese Lesung hat mich angeregt, mein neu erworbenes Wissen über ihn zu vertiefen, um ihn noch intensiver zu verstehen.
Danke den drei Lesenden und dem Tontechniker Joachim Oppermann.
(Beitrag von Ursula Hettwer, Besucherin aus Dessau-Roßlau)
Camille Saint‑Saëns hatte seinerzeit die Aufführung seiner musikalischen Suite fast vollständig untersagen lassen, weil er um seinen Ruf als ernsthafter Komponist fürchtete. Wie unbegründet diese Sorge war, zeigte sich erst nach seinem Tod, als "Der Karneval der Tiere" zu Ruhm gelang.
Um seinen Ruf als Autor brauchte Andreas Hillger am Donnerstagabend im Depot der Alten Schultheißbrauerei hingegen keineswegs zu fürchten. Mit sonorer Stimme bereitete er Löwe, Esel, Fossilien & Co in seinen humorigen Versen statt Zoo eine Bühne, und es verwunderte nicht, dass man sich in mancher Pointe dieses "Karnevals der Tiere" selbst wiederfand.
Elegant setzte Hillger mit seiner Erzählung "o. T." eine Pause in das tierische Miteinander und schlug zugleich eine Brücke zur gleichnamigen Ausstellung der 17. brau.ART. Der Aufstieg und Fall des notorisch erfolglosen Künstlers Orlando Trompe zeigte einmal mehr, dass Ansehen und Ruhm im absurden Kunstbetrieb oft auch von Zufall, Glück und Illusion getragen werden. Und als wolle der Autor nach dieser Episode – schon wieder zurück im illustren Tierreich – noch einmal einen Bogen zu Orlando Trompe schlagen, finden sich im Finale des Karnevals der Tiere schließlich jene Zeilen:
Denn in der Regel gilt auf Erden
Nur Fressen und gefressen werden,
Wer hier die stärksten Waffen hat
Der überlebt. Wird alt. Und satt.
So offenbarte dieser Abend, dass auch die Kunst ihre eigenen Regeln kennt – manchmal absurd, oft charmant und stets ein wenig wahr. Das Publikum zollte dem Autor kräftigen Applaus und plauderte anschließend in kleiner Runde über das Gehörte, über 17 Jahre brau.ART‑Geschichte und über Kunst im Allgemeinen.
Es war auch ohne Saint‑Saëns’ Musik ein ausgesprochen unterhaltsamer und anregender Abend – ein herzlicher Dank an den mit feinem Witz ausgestatteten Erzähler Andreas Hillger. Wir wünschen uns weitere Texte, vielleicht zur 18. brau.ART im kommenden Jahr und gerne auch davor.
Lange müssen wir darauf allerdings nicht warten:
Schon am 22. November 2026 wird im Anhaltischen Theater Dessau das Feininger‑Oratorium "A modern Man" uraufgeführt – mit Texten von Andreas Hillger und Musik von Christoph Reuter - [hier] gibt es dazu mehr Informationen.
(Beitrag von Astrid Salewski)
12. September 2026
Heut' lassen wir Des-sau raus...
Duo D&A zu Gast auf der brau.ART
„Hey, heut‘ lassen wir Des-Sau raus,
und wir treiben sie radelnd an der Mulde entlang,
Hey, heut‘ lassen wir Des-Sau raus,
hier sind sonne Köppe, sture Säcke,
coole Rentner, paar Studenten,
Lebenskünstler, Außerdeutsche,
Abenteurer, Stinknormale
Das ganze Programm“
(aus: Dessau-Lied | Text und Musik: Detlef Münnich)
Es war gewissermaßen eine kleine Uraufführung - das Dessau‑Lied - mit dem das Duo D&A an diesem frühen Samstagabend ihr Konzert eröffnete – und damit bereits zum zweiten Mal auf der brau.ART zu Gast war. Wie schon im vorletzten Jahr füllte sich das Depot bis an die Grenzen; für einen Moment bangten wir sogar um den frisch eingebrachten Betonboden. Doch der Boden hielt, und das Publikum konnte sich ganz dem Ohrenschmaus hingeben: Liedern von Reinhard Mey, Ulrich Roski und Detlef Münnich.
Die Stimmung wanderte durch ein ganzes Spektrum – humorvoll, nachdenklich, melancholisch, liebevoll süffisant. Das Publikum lauschte, schmunzelte, lachte über die schrägen Pointen und forderte am Ende mit stürmischem Applaus eine Zugabe ein. Sie wurde zum i‑Punkt eines rundum gelungenen Konzerts.
Hinter dem Duo D&A stehen übrigens unser Vereinsvorsitzender Detlef Münnich und Axel Baumgärtner. Beide kennen sich seit ihrer Studienzeit in Weimar und musizieren seither – unregelmäßig, an wechselnden Orten, aber immer mit spürbarer Freude.
Danke Detlef, danke Axel! Für diesen Abend, für die Musik, für die Atmosphäre. Kommt gerne wieder!
(Beitrag von Astrid Salewski)
11. September 2026
Die 17. brau.ART ist eröffnet
Zur Vernissage so viele Gäste wie noch nie
Der Andrang war so groß, dass die Kunst fast in den Hintergrund trat: Zur Vernissage der brau.ART versammelten sich am 11. September mehr als 350 Gäste, um die Werke der rund 50 Künstlerinnen und Künstler in Augenschein zu nehmen. Dass dadurch auch die Vorstellung aller Beteiligten durch den Moderator Eckhard Zilm geraume Zeit fordern würde, lag auf der Hand – beglaubigte aber zugleich die Aussage des Vereins-Vorsitzenden Detlef Münnich, der bereits in seiner Begrüßung von einem Rekord gesprochen hatte.
Tatsächlich wirkt das Motto „o. T.“ wie eine selbst erfüllende Prophezeiung:
Der Parcours ist offen für Techniken und Themen, für Tag und Traum … ein „Oeuvre total“, wie Dessau-Roßlaus Oberbürgermeister Robert Reck die Abkürzung am Rande der Veranstaltung deutete. Dass dabei auch die Alte Brauerei als angestammter Schauplatz eine wichtige Rolle spielt, dürfte jedem Besuchenden schon beim Betreten des üppig bestückten Shops klar geworden sein – und soll auch künftig so bleiben, wie der Vorsitzende des zuständigen Vereins, Wolfgang Scheremet, in seinem Grußwort betonte. Einen besonderen Akzent setzten neben dem Flame Trio schließlich die Schülerinnen und Schüler des Gropius-Gymnasiums, die gemeinsam mit dem brau.ARTisten Benjamin Kerwien eine eigene Abteilung der Ausstellung gestaltet hatten – jugendlich frisch, ein krönendes Finale der vielen Worte und möglicherweise die Vorschau auf „Newcomer“ von morgen. Ihre Ansprache wirkte wie der Kommentar zu jenem bewusst verschriebenen Banner, das dem Publikum vom Proszenium ins Auge sprang: „Bidlung kann vor Dummheit schützen“. (Beitrag von Andreas Hillger)



05. September 2026
Noch laufen die Vorbereitungen...
Es fühlt sich ein wenig wie ein Déjà-vu an: Das Glasdach zeigt dieselben Risse wie im letzten Jahr, Staub sammelt sich auf den Podesten der Maschinenhalle und die Bühne im Kesselhaus trägt erneut die unerwünschten Hinterlassenschaften ihrer gefiederten Besucher. Doch wir sind geübt darin, Chaos in Klarheit zu verwandeln. Bald wird alles so eingerichtet sein, dass die Kunstwerke ihre volle Wirkung entfalten. Noch herrscht der Rhythmus des Vorbereitens: putzen, streichen, bauen, messen, schrauben – und wieder putzen. Und dann kommt der Moment, in dem die ersten Bilder hängen. Auf einmal lässt sich erahnen, welche Gestalt die 17. brau.ART am Ende annehmen wird.
Mehr Bilder gibt es [hier].
03. August 2026
Ein Rhinozeros in der Brauerei
(MZ-Artikel | Lokalteil)












































