Blog | 2026


Archiv-Beiträge aus den Jahren:


 

17. September 2026

o. T. und der Karneval der Tiere

Lesung mit Autor Andreas Hillger

Autor Andreas Hillger

Camille Saint‑Saëns hatte seinerzeit die Aufführung seiner musikalischen Suite fast vollständig untersagen lassen, weil er um seinen Ruf als ernsthafter Komponist fürchtete. Wie unbegründet diese Sorge war, zeigte sich erst nach seinem Tod, als "Der Karneval der Tiere" zu Ruhm gelang.

 

Um seinen Ruf als Autor brauchte Andreas Hillger am Donnerstagabend im Depot der Alten Schultheißbrauerei hingegen keineswegs zu fürchten. Mit sonorer Stimme bereitete er Löwe, Esel, Fossilien & Co in seinen humorigen Versen statt Zoo eine Bühne, und es verwunderte nicht, dass man sich in mancher Pointe dieses "Karnevals der Tiere" wiederfand.

 

Elegant setzte Hillger mit seiner Erzählung "o. T." eine Pause in das tierische Miteinander und schlug zugleich eine Brücke zur gleichnamigen Ausstellung der 17. brau.ART. Der Aufstieg und Fall des notorisch erfolglosen Künstlers Orlando Trompe zeigte einmal mehr, dass Ansehen und Ruhm im absurden Kunstbetrieb oft auch von Zufall, Glück und Illusion getragen werden. Und als wolle Hillger nach dieser Episode – schon zurück im musikalischen Tierreich – noch einmal einen Bogen zu Orlando Trompe schlagen, finden sich im Finale des Karnevals der Tiere schließlich jene Zeilen:

Denn in der Regel gilt auf Erden 

Nur Fressen und gefressen werden, 

Wer hier die stärksten Waffen hat 

Der überlebt. Wird alt. Und satt.

Lesung "Karneval der Tiere" und "o. T." mit dem Autor Andreas Hillger

So offenbarte dieser Abend, dass auch die Kunst ihre eigenen Regeln kennt – manchmal absurd, oft charmant und stets ein wenig wahr. Das Publikum zollte dem Autor kräftigen Applaus und plauderte anschließend in kleiner Runde über das Gehörte, über 17 Jahre brau.ART‑Geschichte und über Kunst im Allgemeinen. 

 

Es war auch ohne Saint‑Saëns’ Musik ein ausgesprochen unterhaltsamer und anregender Abend – ein herzlicher Dank an den mit feinem Witz ausgestatteten Erzähler Andreas Hillger. Wir wünschen uns weitere Texte, vielleicht zur 18. brau.ART im kommenden Jahr und gerne auch davor.

 

Lange müssen wir darauf allerdings nicht warten: 

Schon am 22. November 2026 wird im Anhaltischen Theater Dessau das Feininger‑Oratorium "A modern Man" uraufgeführt – mit Texten von Andreas Hillger und Musik von Christoph Reuter - [hier] gibt es dazu mehr Informationen.


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Duo D&A | Foto: Juliane Naumann
Konzert D&A im Depot | Foto: Susanne Weichhold
gut besuchtes Konzert des Duos D&A | Foto: Susanne Weichhold
12. September 2026

Heut' lassen wir Des-sau raus...

Duo D&A zu Gast auf der brau.ART

„Hey, heut‘ lassen wir Des-Sau raus,
und wir treiben sie radelnd an der Mulde entlang,
Hey, heut‘ lassen wir Des-Sau raus,
hier sind sonne Köppe, sture Säcke,
coole Rentner, paar Studenten,
Lebenskünstler, Außerdeutsche,
Abenteurer, Stinknormale
Das ganze Programm“
 

(aus: Dessau-Lied | Text und Musik: Detlef Münnich)

 

Es war gewissermaßen eine kleine Uraufführung - das Dessau‑Lied - mit dem das Duo D&A an diesem frühen Samstagabend ihr Konzert eröffnete – und damit bereits zum zweiten Mal auf der brau.ART zu Gast war. Wie schon im vorletzten Jahr füllte sich das Depot bis an die Grenzen; für einen Moment bangten wir sogar um den frisch eingebrachten Betonboden. Doch der Boden hielt, und das Publikum konnte sich ganz dem Ohrenschmaus hingeben: Liedern von Reinhard Mey, Ulrich Roski und Detlef Münnich.

Die Stimmung wanderte durch ein ganzes Spektrum – humorvoll, nachdenklich, melancholisch, liebevoll süffisant. Das Publikum lauschte, schmunzelte, lachte über die schrägen Pointen und forderte am Ende mit stürmischem Applaus eine Zugabe ein. Sie wurde zum i‑Punkt eines rundum gelungenen Konzerts.

Hinter dem Duo D&A stehen übrigens unser Vereinsvorsitzender Detlef Münnich und Axel Baumgärtner. Beide kennen sich seit ihrer Studienzeit in Weimar und musizieren seither – unregelmäßig, an wechselnden Orten, aber immer mit spürbarer Freude.

 

Danke Detlef, danke Axel! Für diesen Abend, für die Musik, für die Atmosphäre. Kommt gerne wieder!

 

 

 


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11. September 2026

Die 17. brau.ART ist eröffnet

Zur Vernissage so viele Gäste wie noch nie 

Der Andrang war so groß, dass die Kunst fast in den Hintergrund trat: Zur Vernissage der brau.ART versammelten sich am 11. September mehr als 350 Gäste, um die Werke der rund 50 Künstlerinnen und Künstler in Augenschein zu nehmen. Dass dadurch auch die Vorstellung aller Beteiligten durch den Moderator Eckhard Zilm geraume Zeit fordern würde, lag auf der Hand – beglaubigte aber zugleich die Aussage des Vereins-Vorsitzenden Detlef Münnich, der bereits in seiner Begrüßung von einem Rekord gesprochen hatte.

Tatsächlich wirkt das Motto „o. T.“ wie eine selbst erfüllende Prophezeiung: 

Vernissage | @JulianeNaumannPhotography
Vereinsvorsitzender Detlef Münnich | @JulianeNaumannPhotography

Der Parcours ist offen für Techniken und Themen, für Tag und Traum … ein „Oeuvre total“, wie Dessau-Roßlaus Oberbürgermeister Robert Reck die Abkürzung am Rande der Veranstaltung deutete. Dass dabei auch die Alte Brauerei als angestammter Schauplatz eine wichtige Rolle spielt, dürfte jedem Besuchenden schon beim Betreten des üppig bestückten Shops klar geworden sein – und soll auch künftig so bleiben, wie der Vorsitzende des zuständigen Vereins, Wolfgang Scheremet, in seinem Grußwort betonte. Einen besonderen Akzent setzten neben dem Flame Trio schließlich die Schülerinnen und Schüler des Gropius-Gymnasiums, die gemeinsam mit dem brau.ARTisten Benjamin Kerwien eine eigene Abteilung der Ausstellung gestaltet hatten – jugendlich frisch, ein krönendes Finale der vielen Worte und möglicherweise die Vorschau auf „Newcomer“ von morgen. Ihre Ansprache wirkte wie der Kommentar zu jenem bewusst verschriebenen Banner, das dem Publikum vom Proszenium ins Auge sprang: „Bidlung kann vor Dummheit schützen“. (Beitrag von Andreas Hillger)

Oberbürgermeister Robert Reck | @JulianeNaumannPhotography
Blick ins Schülerprojekt | @JulianeNaumannPhotography
Ein Teil der Künstlerschar | @JulianeNaumannPhotography
Andreas Hillger zum Thema "o. T." | @JulianeNaumannPhotography
Dr. Eckhard Zilm stellt die Künstlerschar vor | @JulianeNaumannPhotography
Kesselhaus und Gäste

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09. September 2026

Vor der Vernissage

(MZ-Artikel | Lokalteil)

Vor der Vernissage | MZ vom 09.08.2026

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Das Dach ist immer noch defekt...
Auch die Transportmittel haben schon bessere Zeiten gesehen...
Die Tauben haben ganze Arbeit geleistet...

05. September 2026

Noch laufen die Vorbereitungen...

Es fühlt sich ein wenig wie ein Déjà-vu an: Das Glasdach zeigt dieselben Risse wie im letzten Jahr, Staub sammelt sich auf den Podesten der Maschinenhalle und die Bühne im Kesselhaus trägt erneut die unerwünschten Hinterlassenschaften ihrer gefiederten Besucher. Doch wir sind geübt darin, Chaos in Klarheit zu verwandeln. Bald wird alles so eingerichtet sein, dass die Kunstwerke ihre volle Wirkung entfalten. Noch herrscht der Rhythmus des Vorbereitens: putzen, streichen, bauen, messen, schrauben – und wieder putzen. Und dann kommt der Moment, in dem die ersten Bilder hängen. Auf einmal lässt sich erahnen, welche Gestalt die 17. brau.ART am Ende annehmen wird.

 

Mehr Bilder gibt es [hier].

 

 

Stellwände finden ihren Platz...
Leuchtmittel müssen geprüft werden...
Wände kommen mal raus und wieder rein.

03. August 2026

Ein Rhinozeros in der Brauerei

(MZ-Artikel | Lokalteil)

Rhinozeros in der Brauerei
Rhino im Kesselhaus

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12. Juni 2026

OPEN CALL zur 17. brau.ART

(MZ-Artikel | Lokalteil)

OPEN CALL zur 17. brau.ART

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10. Februar 2026

Wechsel an der Vereinsspitze

(MZ-Artikel vom 2. Februar 2026 | Lokalteil)

Wechsel an der Vereinsspitze
Neuer brau.ART-Vorstand

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