Brau.ART

Über die Ausstellung

Ohne Kunst ist alles grau; die Kunst brächte allein Farbe in das traurige Leben. Das ist natürlich glatt übertrieben, als gäbe es keine leuchtenden Sterne, keine tiefe Liebe und wahre Freundschaft, die unendlich reiche Natur nicht und keine erfüllte Arbeit ohne eine Überschreibung mittels Kunstzugriff. Und wie ist das mit der oft recht grauen, zuweilen grauenvollen Welt? Soll die bunt gemalt werden, damit Kunst wird?

Mehr als 40 000 Jahre alt sind die frühesten Felsbilder, die bisher in Höhlen entdeckt worden sind. Einige sind von einer Qualität, die der Ausstrahlung heutiger Grafiken nicht nachstehen. Sind es Zauberbilder als angewandte Kunst oder ist es eine lustvolle Wiedergabe des Gesehenen. Oder sogar darüber hinaus (Ob der steinzeitliche Mensch vielleicht brünstig röhrte beim Kratzen und Färben?). Unlustig kann keiner Kunst machen. Lust ist das volle Menschengefühl, wenn Ton oder Bild hinausdrängen aus den Gedanken, nicht drinnen bleiben können, und wenn sie auf Geschicklichkeit treffen und dann sublimieren im Werk.

Nun sollen auch die anderen Menschen hören und sehen.

Da ist der Künstler der selbst ernannte

Führer in die Tiefe der Realität, Moderator der Vielfalt, Banner des Unendlichen, der Regisseur des ewigen Films des Gegenwärtigen, Vergröberer, Vereinfacher, Verunklarer, Verwickler, Verunsicherer, Verklärer. So ist das gemeint: Das Kunstwerk öffnet die Sinne für das ganze Spektrum der Wirklichkeit einschließlich Ultraviolett und Infrarot.

Der Wert des Kunstwerkes ist nicht in seinem Wahrheitsgehalt zu finden, es schafft immer eine neue Wahrheit für sich, egal ob etwas abgebildet oder alles abstrahiert worden ist. Es bekommt Geldwert in seiner Schätzung durch den Markt. Für den Künstler selbst und dann für den Betrachter und Besitzer liegt der Wert in den gewonnenen Einsichten. Das Kunstwerk ersetzt nicht Wissenschaft, nicht Philosophie, nicht Religion, nicht Medizin. Es hilft aber in seiner raumzeitlich kompakten Existenz die diffuse Welt an einem Punkt sinnlich zu fassen, so wie es lange graue Erklärungen nicht vermögen. Wenn es gut gemacht ist.

Die Brau.ART bildet seit 2009 eine Momentaufnahme des künstlerischen Schaffens in Dessau-Roßlau und vereint mit ihrer jährlichen Präsentation bildende und angewandte Kunst unter dem Dach eines Industriedenkmals. Dieses Jahr 2021 leider nicht !

2014 institutionalisierte sich das Ausstellungskonzept zum Brau.ART e.V., dessen derzeit 18 Mitglieder unter Leitung von Marion Münzberg zum Gelingen der Ausstellung beitragen.

In der diesjährigen Brau.ART  werden Objekte aus den Bereichen Malerei, Grafik, Holz-, Textil- und Schmuckgestaltung, Plastik, Keramik, Fotografie, Musik und Illustration präsentiert.

Wie bereits in den vergangenen Jahren betreuen die Künstler die Ausstellung in wechselnder Reihenfolge und laden gern zu Gesprächen in lockerer Atmosphäre ein.

Unser Dank gilt allen Mitwirkenden sowohl für ihre organisatorische Mitarbeit als auch für ihre veröffentlichte Kunst.

Im Besonderen gilt unser Dank allen Sponsoren und Förderern, die durch ihre Unterstützung diese Ausstellung ermöglichen.

Bettina Schröder-Bornkampf